Berner Zeitung, Samstag, 17. Januar 2009

Aussergewöhnliche Klangkombination

In ungewöhnlicher instrumentaler Besetzung spielt das Ensemble Pyramide aus Zürich im Langenthaler "Bären".

von Heinz Kunz

1991 gründeten die jungen Musiker Markus Brönnimann (Flöte), Barbara Tillmann (Oboe), Ulrike Jacoby (Violine), Muriel Schweizer (Viola), Anita Jehli (Violoncello) und Jaël Bertschinger (Harfe) das ungewöhnliche Sextett.

So ungewöhnlich die instrumentale Besetzung des Ensembles auch ist, so staunenswert geschlossen gestaltete sich deren klangliches Zusammenwirken am 3. Kammermusikkonzert im "Bären" in Langenthal. In schlanker Weise gelangen ihnen nicht nur die Suiten "Les Pyramides glantes" des französischen Barockmeisters Rameau und "Le Tombeau de Couperin" des an der Schwelle zur Moderne stehenden Ravel, sondern ebenso das originale Quartett F-Dur für Oboe und Streicher von Mozart und Haydns "Sonnenquartett" C-Dur, in dem der Flötist den Part der 1. Violine spielte.

Sowohl in der Sextett- wie in der Qartettbesetzung nahmen die Künstler mit einer überragenden Ensembleleistung für sich ein. Ihr Spiel war präzis koordiniert und bildete den jeweiligen stilistischen Hintergrund authentisch ab. Und das Besondere war, dass das hohe instrumentale Beherrschen vollkommen im Dienst eines spontanen Musizierens stand, das die vielschichtige Originalität des höfisch-galanten Rameau ebenso ausleuchtete wie die geniale Schlichtheit Mozarts oder den weiten thematischen Atem Haydns.